Rückblick und Ausblick

Der Jahreswechsel ist die beste Zeit, sich Gedanken zum vergangenen und kommenden Jahr zu machen.

Für mich war das spannendste Thema 2024 die Entwicklung von Generativer KI (GenAI), insbesondere ihr Einsatz im operativen (Systems-)Engineering.

Beeindruckend: Software Development

Besonders beeindruckend ist die Anwendung in der Softwareentwicklung. Tools wie Microsoft CoPilot, Cline (für VS Code) oder Cursor wandeln natürlich-sprachige Aufgaben direkt in Code um.

Die Assistenten:

  • Prüfen, ergänzen, dokumentieren
  • Generieren Tests eigenständig
  • Machen aus Ideen konkrete, formale Anforderungen
  • Generieren lauffähige Applikationen

Was bedeutet das für Systems Engineering?

1. Software, Software, Software

Der Fokus der KI-Entwicklung liegt klar auf Software. Ob 60% oder 90% der Ressourcen - fakt ist: Auch im Systems Engineering münden sehr viele Ergebnisse letztlich in Software.

2. Mit dem Strom schwimmen

SE-Konzepte, die auf Softwareentwicklungs-Tools aufsetzen, verbreiten sich schneller und entwickeln sich zügiger.

Wenn ein SE-Ansatz im Software Engineering keinen Mehrwert bringt, wo dann?

3. Die LLMs wissen mehr

Große Sprachmodelle wissen heute schon mehr als ein einzelner Mensch es vermag. Sie bieten viele Antworten auf SE-Fragen und generieren Code auf hohem Niveau.

Ihre Lernkurve ist rasant - sie werden repetitive Modellierungsaufwände übernehmen.

4. Sprache als Schlüssel

Die Stärke der LLMs liegt in der Transformation zwischen natürlicher und formaler Sprache.

Ob die formale Beschreibung in C++ oder SysML erfolgt, ist theoretisch unerheblich - praktisch aber auf Grund der verfügbaren Trainingsdaten sehr wohl.

Die Herausforderung: Informationen für KI, Benutzergruppen und Tools in der jeweils optimalen Sprache bereitstellen. Mit einer formalen Beschreibung als Single Point of Truth.

5. Fundamente gießen, keine Balkone bauen

Um das Potenzial der GenAI voll auszuschöpfen, braucht es Frameworks, die auf KI aufbauen, anstatt sie nur anzuflanschen.

“Weiter so” reicht nicht - wir benötigen neue Ansätze für Datenflüsse, Eingabemethoden und mehr.

Fazit

2025 bietet enorme Chancen für besseres und effizienteres Systems Engineering.

Ich freue mich darauf!


Ein schönes und erfolgreiches 2025 - Kontakt aufnehmen