Die Frage

Auf der Suche nach weiteren Optimierungen meines virtuellen Lieblings-Mitarbeiters Claude Code bin ich auf eine interessante Frage gestoßen:

Kann man klassisches Requirements Engineering nicht auch im Prompt Engineering zielführend einsetzen?

Was sich getan hat

In den letzten Wochen hat sich wieder einiges getan:

  • Verschiedene Ebenen von Prompts - global, im Projekt oder nur lokal
  • MCPs - Tools für Browser, Datenbanken, Git und mehr
  • Agenten - rollenbasiert für Architekt, Tester, Reviewer

Das bleibende Problem

Alles das sind Hilfen, um das Verhalten des Coding-Agenten zu steuern. Die Inhalte der Aufgaben müssen dennoch passend geschnitten übergeben werden.

Die wesentlichen Eigenheiten der LLMs sind immer noch vorhanden:

  • Vorgaben werden gerne übergangen
  • Lücken werden ungefragt gefüllt
  • Kreative neue Funktionalitäten werden eingefügt
  • Das Kontextfenster zeigt nicht auf die “richtigen” Inhalte

Was hilft

INCOSE-Qualitätsmerkmale

Ist die Anforderung unambiguous, complete, verifiable (um nur einige der INCOSE-Qualitätsmerkmale zu nennen), kann die KI:

  • Zielgerichtet arbeiten (unambiguous)
  • Sich selbst überprüfen (verifiable)

Hierarchischer Aufbau

Wenn ich die Anforderungen hierarchisch aufgebaut habe, bekomme ich über die Hierarchie einen guten Hinweis, was es an Kontext braucht.

KI-Review

Am Schluss die KI nochmal ein Review machen lassen:

  • a) Sind die Anforderungen vollständig umgesetzt?
  • b) Ist irgendetwas dazu gekommen, was nicht in den Anforderungen stand?

Fazit

So hilft gutes altes Requirements Engineering auch beim ach so modernen Prompt Engineering oder Vibe-Coding.

Experten-Tipp: Erzählt keinem, dass es Requirements Engineering ist.


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