Kernprinzip
Dokumente lassen sich nicht gegeneinander prüfen — sie driften auseinander, sobald das Projekt sich bewegt. graphcode hält dieselbe Information als ein zusammenhängendes Modell: jede Anforderung, jede Funktion, jede Schnittstelle, jeder Test und die Verknüpfungen dazwischen. Nichts kommt ohne Prüfung hinein. Jedes Dokument wird daraus gedruckt.
Das Beispielsystem
Ein fahrerloser City People Mover: acht Stationen, Kabinen auf eigener Trasse, eine Leitstelle, Fahrgäste ohne Einweisung. Modelliert wurde er, um graphcode zu zeigen, ohne vorher etwas bauen zu müssen — kein Kundenprojekt, keine geschönten Zahlen.
Zusammen 219 Einträge und 402 Verknüpfungen. Unter den 64 Anforderungen sind 16 Risiken, jedes mit einer Gegenmaßnahme.
Eine Wirkkette: Türzyklus am Bahnsteig
Der Ablauf, der hinter dem Satz „Kabinentür und Bahnsteigtür öffnen nur gemeinsam, und nur im Stillstand“ steckt: Stillstandsnachweis, Nachweis der Türverriegelung, synchrone Freigabe beider Türen, Hindernisüberwachung. Elf Elemente, achtzehn Verbindungen — gezeichnet aus dem Modell, nicht gemalt.
FCHAIN-door-cycle im graphcode-Viewer. Kästen sind
Funktionen und Datenflüsse, Pfeile sind Ein- und Ausgänge.
Bild in Originalgröße öffnen.
Was das Modell über sich selbst sagt
Niemand tippt hier einen Prozentwert in eine Folie: Der Stand wird aus dem Modell berechnet. 0 von 219 Einträgen verletzen eine Regel — und trotzdem sind erst 3 von 8 Reifegrad-Toren bestanden.
Das Modell steht bewusst im Konzeptstand — entworfen, nicht gebaut. Genau das sagt es auch, ohne Beschönigung:
- Kein Test ist gelaufen. Alle 41 Tests sind als Konzept beschrieben, keiner trägt ein Ergebnis.
- Keines der 16 Risiken hat einen bestandenen Nachweis — darunter Türöffnung während der Fahrt, Auffahrunfall und Fahrgäste, die selbstständig in die Trasse steigen.
- 0 von 44 Verbindungen zwischen Funktionen sind integrationsgetestet. Deshalb fällt das Tor vor der Testphase durch, während die drei davor bestehen.
Ein Demo-Modell, das sich als fertig ausgibt, würde nichts beweisen. Dieses benennt, was offen ist — und wo es steht.
Was das Modell leistet
Zusammenhang statt Ordner
Eine Anforderung weiß, welchem Anwendungsfall sie dient, welche Funktionen dafür arbeiten müssen, in welchen Bausteinen die sitzen, welcher Test sie widerlegen würde und welche Daten fließen. Eine Frage, eine Sekunde, fünfzehn zusammenhängende Einträge.
Prüfung beim Schreiben
Eine Anforderung ohne Nachweisidee wird abgelehnt — nicht im Review in drei Monaten, sondern im Moment des Schreibens. Dieselbe Prüfung gilt für den Menschen und für den KI-Agenten; keiner kann sie umgehen.
Dokumente werden gedruckt
Spezifikation, Traceability-Matrix, Schnittstellendokument, Risikoanalyse, Testmatrix, Betriebskonzept: 15 Dokumente, alle aus dem Modell erzeugt, alle in unter einer Sekunde neu. Handarbeit daran wäre eine zweite Wahrheit.
Was es nicht tut: Es entscheidet nichts. Die Prüfung kann sagen, dass das Modell widerspruchsfrei ist — nicht, dass es das gewünschte System beschreibt. Das bleibt Ihre Aufgabe, ebenso die Antworten auf die Fragen aus Ihrer Domäne. Der Preis ist eine Regel: Wer eine Anforderung schreibt, benennt den Test, der sie widerlegen würde.
Die 15 gedruckten Dokumente
Vollständig einsehbar, so wie sie aus dem Modell fallen. Fachsprache des Modells ist Englisch; die leeren Dokumente sind nicht kaputt, sondern ehrlich — im Konzeptstand gibt es dort noch nichts zu drucken.
- Anforderungsspezifikation (SRS) Alle 64 Anforderungen unter dem Element, das sie erfüllt — Akteure, Anwendungsfälle, Funktionen, Bausteine.
- Betriebskonzept (ConOps) Betriebsarten, Nutzergruppen, Szenarien und Randbedingungen des Systems.
- Architektur und Allokation (SDD) Welche Funktion in welchem Baustein sitzt — sieben Bausteine, 24 Funktionen.
- Schnittstellendokument (ICD) 32 Datenflüsse mit Protokoll, Format und beiden Enden.
- NFR-Register Sechs nicht-funktionale Anforderungen mit Budget und dem Test, der sie prüft.
- Anforderungs-Test-Matrix (RTM) Jede Anforderung mit dem Test, der sie widerlegen würde — und den Lücken.
- Testkonzept Testpyramide über 41 Tests — und die berechnete Lücke: 0 von 44 Funktionsverbindungen integrationsgetestet.
- Testmatrix (VCRM) Nachweisverfahren je Anforderung und Ergebnisstand je Test — durchweg offen.
- Integrations- und Testplan Leer — entsteht erst mit dem Implementierungsplan.
- Implementierungsplan Leer — Arbeitspakete werden erst zum Implementierungsstart aus dem Modell geschnitten.
- FMEA (Risikoanalyse) 16 Fehlermodi mit Schwere, Auftreten, Entdeckung, RPZ und Gegenmaßnahme.
- Trade Study Leer — im Konzeptstand ist noch keine Entwurfsentscheidung mit verworfener Alternative im Modell.
- Änderungsprotokoll Leer — 0 Änderungsanträge, nach Meilenstein gruppiert.
- Change-Request-Liste Leer — kein Änderungsantrag im Modell.
- Elementverzeichnis Alle 219 Einträge mit ihren Verknüpfungen — das Modell als Nachschlagewerk.
Stand: Modell-Snapshot vom 22.08.2026, erzeugt mit @sigloch/graphcode 0.17.0.
Dieselbe Frage für Ihr System?
Die Demo läuft live in 15 Minuten — mit einer Anforderung aus Ihrer Welt statt mit der Kabinentür.
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